OSTEOLOGIE/­OSTEOPOROSE

Schwerpunktzentrum für Osteologie

Die Osteologie beschäftigt sich mit den Krank­heiten des Knochens. Dieser wird bei vielen eigent­lich auch internistischen Erkrankungen in das Krank­heits­geschehen mit einbezogen (z.B. bei Tumoren, Erkrankungen des Knochenmarks und Erb­erkrank­ungen). Dabei kann es auch zur Schwächung der Knochenstrukturen (sekundäre Osteoporose) mit allen daraus entstehenden Folgen kommen. Durch eine stetig vor­ange­triebene Spezialisierung und die Vielzahl der Fälle ist Ortho-Group zu einem Schwerpunktzentrum für Os­teo­logie des DVO (Dachverband für Osteologie) geworden. Im Hamburger Westen existiert damit eines von nur 53 anderen Zentren im Bundesgebiet.

Im Gegensatz zu den se­kun­dären Osteoporosen kommt es im Laufe des Alters normaler­weise bei jedem von uns zu einer Verminderung des Kalk­salz­ge­haltes des Knochens. Dieser normale Abbau macht keinerlei Beschwerden und ist nicht therapiebedürftig. Es handelt sich um eine normale Altersatrophie und sollte nicht als Krankheit beschrieben werden.

Nimmt diese Verminderung des Knochens jedoch über­schießende Ausmaße an (bei jedem Dritten von uns), spricht man von einer primären Osteoporose. Diese ist heutzutage in aller Munde, weil wir im Gegensatz zu früher potente Medikamente zur Hand haben, mit denen man der Osteoporose begegnen kann und das Risiko schwerwiegender Folge­er­krank­ungen verringern kann (Wirbelkörperbrüche, Schenkelhalsbrüche).

Zur Prophylaxe und Therapie einer Osteoporose sind für Sie besonders wichtig:
  1. Körperliche Bewegung (2x wöchentliche Gymnastik, Spazierengehen und Schwimmen. Dieses sind starke Anreize zur Knochenneubildung).
  2. Vermeidung eines zu starken Nikotin- und Alkoholkonsums.
  3. Leicht verdauliche Ernährung (wenig Fleisch, Kohlehydrate und Salz), zu empfehlen sind Salate, Vollkornkost und vor allem Milchprodukte wie Milch selber, aber auch Käse, Joghurt und Quark.
  4. Ob bei Ihnen der Einsatz von Medikamenten notwendig ist, entscheiden wir gemäß den aktuellen Leitlinien für Osteoporose (wir sind Mitglied im Dachverband Osteologie). Als Grundlage jeder Therapie dienen bei uns die Erfassung Ihres persönlichen Risikoprofils, die Röntgenaufnahme, die Knochendichtemessung an der Wirbelsäule und dem Schenkelhals und Laboruntersuchungen.

Die Osteoporose ist eine schleichende, zunächst nicht schmerzhafte Knochen­ver­änderung, bei der es zu einer zunehmenden Porosität des Knochens kommt. Die Folge sind Knochenbrüche bei bereits kleinsten Belastungen des Knochens, insbesondere Wirbel­säulenbrüche und Schenkelhalsbrüche. Die Ursache – bei Mann und Frau – sind vielfältig, zumeist aber Hormonveränderungen in den Wechseljahren der Frau.

Die Themen Osteoporose und deren Prävention sind aktueller denn je. Die Zahl der Be­trof­fenen nimmt ständig zu. Dieses ist bedingt durch verbesserte diagnostische Möglichkeiten, eine zu­nehmend älter werdende Bevölkerung, bestimmten Lebensbedingungen und einer ge­stiegen­en Sensibilität gegenüber diesem Problem.

Man kann sich diesem Problem heute aber sehr gut stellen, da in den letzten Jahren her­vor­ragende therapeutische und präventive Möglich­keiten entstanden sind. Das und die häufig nicht erkannte oder nicht therapierte Osteoporose sind der Grund, warum die Osteoporose in aller Munde ist. Dabei könnten so leicht durch nur eine Tablette im Monat, viel Leid und Kosten gespart werden.

Von den 16,6 Millionen Frauen über 50 Jahre sind ca. 40% von einer Osteoporose bedroht. Nur ca. 40% von diesen werden aber diagnostiziert, und von den Diagnostizierten auch nur 40 % therapiert. Also anstatt 6,5 Millionen zu therapieren, werden nur 925 000 therapiert.
Alarmierende Zahlen – 80% werden also nicht therapiert.

Dabei sind die Folgeschäden und die damit verbundenen Kosten immens. Bei einer Schenkel­halsfraktur sind schnell 25000 € für den Klinikaufenthalt und weitere jährliche Kosten von 35000 € zu erwarten. Patienten mit einer Schenkelhalsfraktur versterben in 21% der Fälle nach einem Jahr.

Diagnostiziert wird die Osteoporose nicht mehr am Röntgenbild, sondern durch gezieltes mosaikartiges Zusammentragen von Infor­mationen über unsere Patienten:

  1. Bewertung der persönlichen Risiko­faktoren in ihrer Lebensweise (zu wenig Bewegung, Rauchen, Alkohol, Ernährung)
  2. Altersstruktur,
  3. Laboruntersuchungsergebnisse
  4. und gemessene Knochendichte.

Dieses alles geschieht nach komplizierten Leit­linien, die vom Dachverband für Osteologie (DVO) gemäß internationalen Absprachen fest­gelegt werden. Der DVO hat uns nach intensiver Ausbildung zum Osteologen als Spe­zia­listen zertifiziert.

Insbesondere an den technischen Vorgang der Knochendichtemessung werden hohe An­forder­ungen bezüglich deren Präzision gestellt. Daher fordern die Leitlinien seit 1.1.2014 eine Unter­such­ungs­technik, die einen speziellen Röntgen­strahl benutzt. Bei dieser soge­nan­nten DXA-Methode wird eine Strahlendosis verwandt, die nur 10% der Dosis entspricht, der man sonst bei einem Trans­atlantik­flug aus­ge­setzt ist, also extrem gering ist. Das Ergebnis zeigt uns, wie­weit sich der Kalk­salz­gehalt der Knochen vom stabilen Idealzustand entfernt hat. Ab einer bestimmten Grenze sind die Knochen, ins­be­sondere die Wirbel­säule und der Schenkel­hals, bruchgefährdet.

Die Prävention sorgt nur für eine bedingt ausreichende Knochenmasse. Hierzu ist Sport besonders in den Jugendjahren, aber auch danach, ein guter Garant. Fast Food klaut Calcium, Rauchen und Alkohol bremsen die Knochenbildung. Sonnenlicht fördert Vitamin D und damit die Knochenbildung.

Im Vordergrund steht eine aus­reich­ende Ver­sorg­ung mit Calcium und Vitamin D. Diese wird u.U. ergänzt durch spezifische Osteoporose-Medikamente, die zumeist noch die knochen­ab­bau­enden Zellen hemmen:

  1. Östrogenrezeptorähnliche Stoffe.
  2. Bisphosphonate oder
  3. spezielle monoklonale Antikörper.

Mittlerweile, und zukünftig vermutlich immer mehr, gibt es auch Medikamente, die die knochen­­­auf­­­bau­enden Zellen fördern. Hier erwarten wir eine spannende Zukunft.

Die Osteoporose-Medikamente werden in der Regel oral eingenommen – manche nur einmal im Monat – manche gespritzt.

Kommt es dennoch mal zu einem Bruch, werden Schenkelhalsbrüche entweder operativ ver­schraubt oder gleich mit Endoprothesen ver­sorgt. Wirbelkörperbrüche werden in der Regel konservativ behandelt, neuerdings aber auch durch Einspritzung eines Knochen­zementes aufgerichtet und stabilisiert.

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